Unterrichtsmodule im Schuljahr

Jedes Schuljahr führen alle Klassen mindestens 2 Module durch um die geforderten Kompetenzen im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

 

Hier haben wir für Sie eine kleine Auswahl erstellt:

 

 

 

 

 

Im Wald des Auerhuhns

 

Biotoppflege auf dem Kaltenbronn statt Unterricht im Klassenzimmer stand auf dem Stundenplan für die Drittklässler der Naturparkschule Hilpertsau.

So machten sich die Schülerinnen und Schüler bei herrlichem Herbstwetter gespannt und neugierig mit ihrem Klassenlehrer und Schulleiter Benjamin Matzelsberger und in Begleitung der ehemaligen Rektorin Brigitte Seiser auf den Weg.

Den Vormittag sollten sie im Wald des Auerhuhns, von dem es noch ungefähr 50 Paare auf dem Kaltenbronn gibt, nutzen, um Schneisen und sonnige Lichtungen zwischen den Tannen, Fichten und Kiefern zu schaffen. Dadurch kann eine gute Bodenvegetation entstehen, die Voraussetzung ist für ein dauerhaftes Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Art.

An der Haltestelle Schwarzmiss wurden sie von der Leiterin des Infozentrum Kaltenbronn, Christina Schreier, empfangen, die einen prächtig präparierten Auerhuhn nebst Auerhenne  präsentierte.

Die Kinder staunten über die schwarzen Federn des männlichen Vogels, den auffallend großen Schwanz, der wie zu einem Fächer aufgespreizt werden kann und die roten Streifen über den Augen.

Halb so groß und halb so schwer dagegen die Auerhenne mit ihrem graubraunen Gefieder, sodass sie gut getarnt ein Bodennest aus Nadeln, Laub und Gräsern bauen kann, in dem sie meist 6 bis 8 Eier ausbrütet.

Nach etwa vier Wochen schlüpfen die Küken, 35 Gramm schwer.

Nur von der Mutter begleitet wachsen sie auf, denn der Auerhahn ist kein guter Vater.

Sie ernähren sich von kleinen Spinnen, Mücken und den Knospen der Heidelbeeren und sind nach vier Monaten schon hundertmal so schwer.

Bald können sie auch fliegen und mit der Henne auf alten großen „Schlafbäumen“ die Nacht verbringen.

Im Sommer stellen die Heidelbeeren ihre Hauptnahrung dar, und sie verzehren davon etwa zwei Kilogramm pro Tag.

Diese Pflanzen bieten auch Schutz vor den Feinden wie Fuchs, Marder, Dachs und den Greifvögeln.

All das erklärte Christina Schreier den aufmerksamen Zuhörern.

Die Aufgabe der Naturparkschüler bestand nun darin, im Wald Platz zu schaffen und Fichten zu entfernen bis zu zehn Zentimeter Stammdurchmesser.

Nach genauer Anweisung, wie die Säge zu handhaben ist, durften die Drittklässler immer zu zweit ans Werk.

Unter dichtem Geäst sägten sie nun abwechselnd an den Stämmen und zogen anschließend die gefällten Bäumchen auf eine Lichtung, wo sie als Unterschlupf für allerlei Tiere dienen werden.

Das war manchmal ganz schön mühsam und nur in Teamarbeit zu schaffen.

Aber bald entstand ein Wettstreit, welche Gruppe die meisten Bäume umgesägt hatte.

Zwischendurch stärkten sich alle mit dem mitgebrachten Vesper, denn die Arbeit verlangte Kraft und Ausdauer.

Zum Abschluss bestiegen alle noch den Hohlohturm und blickten auf ihren Heimatort im Murgtal.

Sehr zufrieden und in dem Bewusstsein etwas ganz Sinnvolles für das Überleben des Auerhuhns geleistet zu haben, machte sich die Klasse auf den Heimweg.

 

 

 

 

Den Geheimnissen des Hochmoores Kaltenbronn auf der Spur

 

„Hallo, ich bin Tomte Torfmoos und ich begleite euch heute auf eurer spannenden und geheimnisvollen Wanderung durch das Hochmoor des Kaltenbronn.“

So begrüßte das Maskottchen zusammen mit der Umweltpädagogin Manuela Riedling die Viertklässler der Naturparkschule Hilpertsau in Begleitung ihres Schulleiters Benjamin Böhm und der Projektleiterin Brigitte Seiser.

Sie waren gekommen, um Einblick zu erhalten in den ganz speziellen Lebensraum des Moores mit all seinen besonderen Tieren und Pflanzen.

Auf dem Weg in Richtung Hohloh bekamen die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe, fünf verschiedene Zapfen zu sammeln, die dann den entsprechenden Baumarten zugeordnet wurden. „Die Fichte sticht, die Tanne nicht“. So behält sich doch gleich ein wichtiger Unterschied gut im Gedächtnis.

Auch die Latschenkiefer, die normalerweise nur im Alpenraum über 1500 Metern vorkommt, lernten die Kinder kennen. Ihre Nadeln sind für die Auerhühner im Winter eine wichtige Nahrungsquelle und dienen ihnen durch die gebogenen Äste als Schlafbäume.

„Gibt es im Moor auch Monster oder sogar Moorleichen?“, fragten einige Viertklässler beim Anblick des unheimlichen schwarzen Wassers und der dunklen Erde beim Hohlohsee.

„Man versinkt nicht im Moor“, erklärte Manuela Riedling. „Man erfriert höchstens, denn im Moor ist es kalt. Das Wasser ist außerdem sauerstoffarm, sauer wie eine Zitrone und ohne Nährstoffe. Es leben keine Fische oder Frösche darin. Aber es gibt Libellen, Eidechsen und auch die Kreuzotter, die hier schwarz ist und deshalb Höllenotter genannt wird.“

Die Expertin hatte sogar Libellenlarven und eine Haut dieser Schlange dabei und ließ sie die erstaunten Kinder anschauen und fühlen.

„Der Baumeister des Moores ist das Torfmoos“, berichtete Manuela Riedling weiter. „Es kann Wasser speichern wie ein Schwamm“. Und tatsächlich tropfte Wasser heraus, als sie ein Büschel zusammendrückte.

Beeindruckt von der einzigartigen Landschaft und der besonderen Tier- und Pflanzenwelt marschierte die Klasse zurück zum Infozentrum.

Dort verabschiedeten sich die Viertklässler schweren Herzens von Tomte Torfmoos und Manuela Riedling, die sie die geheimnisvolle Moorlandschaft ganz spannend erleben ließen.

Schulleiter Böhm freute sich über das große Interesse seiner Klasse und erteilte die Hausaufgabe, alles gut zu behalten, damit in den nächsten Sachunterrichtsstunden das Gelernte vertieft und aufgeschrieben werden kann.

 

 

 

 

Honig – ein Geschenk der Natur

 

Ein großer Tisch mit vielen Gerätschaften kündigte schon an, dass ein ganz besonderer Unterricht für die Drittklässler der Naturparkschule Hilpertsau auf dem Stundenplan stand: Diplom-Forstwirt Andreas Balensiefen kam zu Besuch, um seine Arbeit als Imker vorzustellen.

Alle Werkzeuge wie Schleier, Handschuhe, Stockmeißel, Besen, Smoker und Waben erklärte er nicht nur, sondern alles durften die Kinder direkt in Augenschein nehmen und anfassen.

Auf die Frage „Was wisst ihr denn schon von den Bienen“, sprudelten die Antworten nur so hervor und die Schülerinnen und Schüler bewiesen, dass sie im Vorfeld schon viel mit ihrer Klassenlehrerin Margot Müller gelernt hatten.

Nicht nur die Aufgaben der Königin, der Arbeiterinnen und der Drohnen wurden ausführlich besprochen, sondern auch der besondere Bau der Waben.

„Die sechseckige Bauweise sorgt für maximale Stabilität und Platzverarbeitung“, erklärte der Imker, was beim Nachzeichnen für die Drittklässler sich als gar nicht so einfach erwies.

Von seinen eigenen Erlebnissen erzählte Andreas Balensiefen sehr anschaulich und spannend, zum Beispiel, wenn eine junge Königin mit einem Schwarm Bienen ausreißt und am Ast eines Baumes mit Hilfe eines Wasserstrahls eingefangen werden muss.

Auch die Unterschiede zwischen Blüten- und Waldhonig wurden erklärt und dass 80% des gekauften Honigs im Supermarkt aus dem Ausland stammen, obwohl der regional geerntete Honig qualitativ hochwertiger ist.

Als Lohn für ihre Aufmerksamkeit und ihre interessierte Mitarbeit erhielten alle Kinder Honiggummibärchen und Honigbonbons.

Gespannt machten sich die Mädchen und Jungen am nächsten Tag nach Reichental auf, um direkt am Bienenstock dem Gewimmel der Bienenvölker in den Waben zuzusehen.

Sie durften Mittelwände herrichten, selbst mit Schleier und Handschuhen zu den Bienenstöcken, im Bienenkino die Fluglöcher beobachten, eine Biene basteln und Waben entdeckeln.

Mit großer Freude über die vielen neuen Erfahrungen und beschenkt mit einem Glas selbst geschleuderten Honigs kehrten alle zur Schule zurück.

 

 

Die Wiese lebt

 

Mit großer Spannung erwarteten die Erstklässler der Naturparkschule Hilpertsau mit ihrer Klassenlehrerin  ihr erstes Modul: Mit Hilfe der bestückten Entdeckerwesten sollten sie im Reichenbachtal am Wegesrand und auf einer Wiese die Tier- und Pflanzenwelt erforschen dürfen.

Zuerst aber lernten sie im Klassenzimmer alle dazu notwendigen Utensilien kennen, die ihnen Umweltpädagogin Manuela Riedling genau erklärte.

Auch der achtsame Umgang mit den Kleinlebewesen wurde anhand eines empfindlichen Papierballes, der unversehrt im Kreis weitergegeben werden musste, geübt. Eine Delle bedeutete: Tier ist tot.

Im Reichenbachtal angekommen, lernten die Kinder fünf typische Wiesenpflanzen mit Hilfe eines Memorys kennen. Nachdem Taubnessel, Hahnenfuß, Labkraut, Ehrenpreis und Wiesenkerbel eine Minute angeschaut werden durften, galt es sie zu sammeln. Im anschließenden Gespräch wurden die Besonderheiten besprochen und Aussehen und Namen in Bezug gebracht.

Auch den Unterschied zwischen Gräsern, die vom Wind bestäubt und den Blütenpflanzen, die von den Bienen besucht werden, lernten die sehr aufmerksamen Erstklässler kennen.

Danach marschierten alle zu einer Wiese am Waldrand, wo mit Hilfe der Insektensauger und der Becherlupen Tiere und Pflanzen betrachtet und bestimmt wurden.

Erstaunlich wie geschickt die kleinen Forscher die Geräte einsetzten und welch große Freude beim Anblick von Käfern und Spinnen unter den Lupen auf den Gesichtern zu sehen war. Auch einen dicken Regenwurm nahmen die Mädchen und Jungen ohne Scheu in die Hand und reichten ihn weiter.

Manuela Riedling unterstützte mit Erläuterungen, Bildern und Bestimmungstafeln das Benennen und Unterscheiden von Rüsselkäfer, Jagdspinne, Feuerwanze und Co.

Gerne hätten die Kinder diesen faszinierenden Lebensraum, in dem so viele Pflanzen- und Tierarten zu Hause sind, noch weiter erforscht, aber im anschließenden Sachunterricht werden sie dazu noch viel mehr erfahren und

 

Kräuter der Wiese

 

Geschenke der Natur entdeckten die Zweitklässler der Naturparkschule Hilpertsau mit ihrer Klassenlehrerin gar nicht weit von der Schule entfernt auf den Streuobstwiesen.

Gänseblümchen und Rotklee erkannten die Kinder schnell, aber Schafgarbe, Spitzwegerich und Gundermann mussten erst gesucht und gefunden werden.

Dabei half ihnen Kräuterpädagogin Frauke Grötz mit Bildern als Puzzleteile, die zusammengesetzt werden mussten.

„Hier wächst ganz viel Spitzwegerich“, rief eine Schülerin und gleich stürmten alle los. Die Expertin erklärte, dass diese Pflanze auch „Königin des Weges“ genannt wird, weil sie besonders am Wegesrand wächst, als Tee gut gegen Husten ist und als “Wiesenpflaster“ bei Stichen und Blasen hilft.

Dass junge Blätter des Gundermanns würzig im Salat schmecken, Rotklee die Leber stärkt, Schafgarbe bei Bauchschmerzen hilft und Gänseblümchen auf Butterbrot ein Genuss sind, brachte die Kinder zum Staunen.

Wer wollte, durfte gleich das eine oder andere Blättchen probieren.

Nachdem die Körbchen gefüllt waren, ging es zurück zur Schule.

In Gruppen wurden nun die Kräuter mit Hilfe des Mörsers zerkleinert, was ganz schön anstrengte. Gemischt mit Salz durfte jedes Kind eine kleine Kostprobe in einem Marmeladenglas mit nach Hause nehmen.

Als Höhepunkt des Vormittags füllte jeweils eine Fünfergruppe die restlichen Kräuter in ein Gefäß mit Sahne. Nun musste reihum kräftig geschüttelt werden.

„Juhu, wir haben schon eine kleine Butterkugel im Glas“, jubelte eine Gruppe nach kurzer Zeit. „Wir sind die ersten!“

Danach durften alle Schülerinnen und Schüler ihre Kräuterbutter auf Brotscheiben streichen und genießen. „Das schmeckt aber lecker“, stellten sie fest und holten sich gleich noch Nachschub.

Mit einem selbst angefertigten Sandbild, auf dem jedes Kind nach seiner Vorstellung die fünf Pflanzen aufgeklebt hatte, traten alle den Heimweg an.

So bleibt das Gelernte gut im Gedächtnis und zu Hause kann man sich mit den Eltern selbst auf die Suche nach diesen Schätzen der Natur begeben.